Firmengeschichte

 

1852 wurde eine Gesellschaft zur Erzeugung "feuerfester, gegen Einbruch sicherer Geld-, Bücher- und Dokumentenkassen" in Wien gegründet. Die Firma "Franz Wertheim mit Friedrich Wiese" nahm am 1. September mit 85 Schlossern den Betrieb in einer aufgelassenen Erdberger Kassenfabrik auf.
 
1853 fand am 19. Februar die erste Feuerprobe auf der Sandgestätte nächst dem Belvedere in Wien statt. In Anwesenheit von Vertretern der Finanzbehörde, des k.k. Polytechnikums, der k.k. Geniedirektion und tausenden Zuschauern wurden drei Kassen mehrere Stunden lang einem Holzfeuer ausgesetzt. Bei der danach erfolgten Öffnung erwies sich der gesamte Inhalt als noch brauchbar.
 
1857 gelang es Franz Wertheim in Konstantinopel, an einem der größten türkischen Festtage, in Gegenwart des Sultans und sämtlicher Minister eine weitere erfolgreiche Feuerprobe zu veranstalten.
 
1858 fand im Auftrage des k.k. Handelsministeriums eine Feuerprobe im geschlossenen Emailbrennofen der k.k. Porzellanmanufaktur zu Wien statt. Hierbei wurde eine Temperatur von über 1.000°C erreicht. Trotzdem blieb der Papierinhalt der Kassa vollkommen unversehrt und die Schlösser an der Tür wurden als brauchbar befunden.

1863  wurde ein neuartiges Tresorschloss, das „Wertheim-Doppelbartschloss“, entwickelt, dessen Qualität weit über die Grenzen der Monarchie hinaus zum Begriff wurde.

1869 wurde anlässlich der Fertigstellung der 20.000sten Kassa (ein dem Firmenchef von der Arbeiterschaft gewidmetes Prachtstück) ein Fest gefeiert. An dem Bankett mit 1200 Gedecken nahmen die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden, die Repräsentanten aus Bank und Industrie, Vertreter der Kunst und Wissenschaft teil. Im Souterrain war für die Arbeiter und deren Angehörige an langen Tafeln aufgetischt. Bis zum Morgengrauen währte das Tanzfest, das Josef Strauss am Dirigentenpult mit seiner eigens für dieses Fest komponierten Polka „Feuerfest“ eröffnete.

1879 fand zur Feier der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares ein Huldigungsfestzug statt. Die Firma Wertheim war mit einem von Makart entworfenen Festwagen vertreten, auf dem eine große, reich dekorierte altertümliche Truhe mit handwerklich getriebenen und gepunzten Beschlägen und Stahlverzierungen stand.